Von Marianne Mendt bis JJ - Alexander Van der Bellen trifft Österreichs ESC-Künstlerinnen und Künstler in der Hofburg.
Meine Damen und Herren,
hallo und herzlich willkommen!
Aliens, Piraten, tanzende Roboter. Akrobatik, Stimmgewalt, Feuershows. Licht-Choreografien. Manchmal aber auch einfach nur ein Mann am Klavier. Oder eine Queen – in einem goldenen Kleid.
Das alles ist der Song Contest.
Man könnte aber auch sagen: Das alles ist Europa.
Der Eurovision Song Contest zeigt, wie bunt unser Kontinent ist.
Er zeigt, was wir können – und wer wir sind. Und das ist viel!
Die Lieder können gesellschaftskritisch sein, genauso gut aber auch unterhaltsam. Minimalistisch, aber auch pompös. Die Lieder können direkt sein oder ihre Botschaft zwischen den Zeilen verstecken. Sie können uns dazu ermutigen, wie ein Phoenix aus der Asche zu steigen, oder uns vor vergeblicher Liebe warnen. Sie können uns zum Nachdenken bringen –oder uns gar einen Tanzschein abverlangen.
Man könnte fragen: Bitte wie passt denn das alles unter einen Hut?
Naja, wenn der Hut eben groß genug und bunt genug für alle ist, und vielleicht noch ein paar Federn in der Krempe hat, dann geht sich das aus!
JJ und COSMÓ beim Empfang in der Hofburg (Foto: Peter Lechner/HBF).
So unterschiedlich wir auch sind, über den ESC, über den Song Contest, finden wir zueinander, auch wenn wir aus noch so konträren Richtungen kommen. Wie über eine Brücke.
Und diese Brücke bringt jährlich viele Millionen Menschen zusammen: Über Ländergrenzen hinweg. Über alle möglichen Gesinnungen und Bräuche und Lebensarten hinweg. Und über Musikrichtungen sowieso. Denn: Wo sonst teilen sich Oper und Pop, Schlager und Heavy Metal eine Bühne?
Der ESC verbindet das, was einzelne Länder ausmacht – ob das jetzt die Musik ist oder Mode, eine Tradition oder der Humor –mit dem, was uns alle gemeinsam ausmacht.
Und er verbindet uns alle miteinander, quasi von Wohnzimmer zu Wohnzimmer. Viele begehen den Tag wie ein Fest, ganze Familien treffen sich und fiebern mit. Eben „United by music“.
Was wir auf der Bühne sehen, ist eine Feier der Vielfalt.
Unserer ganz unterschiedlichen Sprachen, Kulturen, Ideen und Talente.
Auch wenn uns das manche destruktiven Kräfte einreden wollen: Diese Unterschiede sind kein Grund, Angst zu haben. Nein, sie machen uns reicher und stärker!
Wenn wir aus ihnen schöpfen, können wir eine Welt gestalten, in der wir alle gerne leben. Eine friedliche Welt.
Eine Welt, in der alle Menschen so sein können, wie sie sind.
Vielleicht können wir so eine Welt ja vom ESC „lernen“.
Ich habe in einem Interview gelesen, dass die Song-Contest-Künstlerinnen und -Künstler hinter der Bühne wie eine Familie zusammenhalten, auch wenn sie dann im Bewerb konkurrieren. Es ist eine schöne Vorstellung, dass es so olympisch bei Ihnen zugeht!
Wenn nämlich Freundschaft und Zusammenarbeit gewinnen, dann gibt es niemanden, der verliert. Ganz egal, wer die zwölf Punkte bekommt.
Liebe Gäste,
Sie alle haben am ESC mitgewirkt. Oder – werden das in Kürze tun. Mit Ihren Stimmen, Ihrer Persönlichkeit, Ihren Werten, Ihrer Musik, Ihrer Kunst. Damit wirken Sie alle auch am Europagedanken mit. An unserer gemeinsamen Identität. Und an einer friedlichen Zukunft.
Sie alle tragen einen Teil dazu bei, dass wir Menschen zusammenkommen. Und dass wir in unserer Vielfalt etwas Schönes und Wünschenswertes erkennen.
Da kann Österreich mächtig stolz auf Sie sein. Ich bin es jedenfalls.
Vielen Dank für alles – von mir bekommen Sie alle: „Douze points!“
Danke.